Weidemark: Weichen für die Zukunft müssen neu gestellt werden

Die Fleischbranche unterliegt einer ständigen Neuausrichtung auf das Geschehen und die Bedürfnisse des Fleischmarktes. Dieses machte Geschäftsführer Christopher Rengstdorf den beiden Vertretern des CDU-Ortsverbandes Sögel Niels Gepp (CDU-Bürgermeisterkandidat der Samtgemeinde Sögel) und Frank Ostermann (CDU-Kreistagskandidat) in einem Gespräch sehr deutlich.


Rengstorf: „Der sich verschärfende internationale Standortwettbewerb zwingt auch uns, sich kritisch mit unserer eigenen Wettbewerbsfähigkeit zu befassen. Hauptaufgabe ist vor diesem Hintergrund, die gesamte Wertschöpfungskette im Auge zu behalten und gegebenenfalls da nachzujustieren, wo sich Lücken auftun, Fehler ausgemerzt und Chancen genutzt werden können.“ Mit dem Wegbruch des wichtigen Handelspartners China aufgrund der in Deutschland aufgetretenen Schweinepest sei ein ganzer Markt eingebrochen, den es nun aufzufangen gelte. „Wir strecken unsere Fühler in allen Richtungen aus und sind auch für ganz neue Wege offen“, so Rengstorf.


Rengstorf selbst bezeichnet sich als gelernter Metzger als Fleischliebhaber, sieht das Tierwohl als unverzichtbares Element für die Zukunft und schaut sich auch bei den Vegetariern um. „Man muss für alles offen sein. Am Ende ist es doch wichtig, dass wir alle mitnehmen auf dem Weg der Neuausrichtung: vom Landwirt mit seinen Tieren, vom Schlachthof mit seinen Mitarbeitern bis zum Händler mit seinen Kunden, jeder muss einen Nutzen daraus haben, den er merklich wahrnehmen kann.“


Dabei sieht er sein Unternehmen auch in der Pflicht, für seine Mitarbeiter zu sorgen. „Der Wegfall von Werkvertragswesen in der Fleischbranche zum Ende des vergangenen Jahres bedeutete für uns ein Kraftakt. Es war zwar ein notwendiger Schritt, aber wir hätten uns gewünscht, dass nicht die Schnelligkeit, sondern die Gründlichkeit im Vordergrund gestanden hätte. „1.600 Mitarbeiter in aller Kürze neu einzustellen und das dann auch noch gut zu machen war für unseren Betrieb ein gehöriger Aufwand.“ Wichtig sei dabei auch gewesen, die Servicebetriebe nicht ganz aus dem Auge zu verlieren, denn nach wie vor sind sie ein wichtiges Bindeglied zwischen der Vorortgewinnung von Arbeitskräften aus dem Ausland und dem Schlachthof selbst.


Gepp und Ostermann erkundigten sich, inwieweit sich die meist osteuropäischen Mitarbeiter am Wohnort ihres Arbeitsplatzes bereit seien, sesshaft zu werden beziehungsweise sich integrieren wollen. Rengstorf: „In der Regel teilt sich die Mannschaft auf in 50 Prozent Wanderarbeiter – also Menschen, die nur für einen kürzeren Zeitraum in Sögel ihr Geld verdienen wollen um dann wieder nach Hause oder weiter zu ziehen und 50 Prozent Umzugswillige, die ihre Zukunft dauerhaft in Deutschland sehen.“ Letztere Gruppe lasse sich sehr gut integrieren. „Jeder unserer Mitarbeiter, der die deutsche Sprache erlernen möchte, wird dabei von uns unterstützt.“ Da habe sich die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Sögel und dem Kolpingeuropabüro bestens bewährt. Als nächstes sei eine Art „Wohnführerschein“ geplant, der Neuankömmlinge aufzeigen würde, wie alltägliche Situationen wie beispielsweise die Mülltrennung in Deutschland gehandhabt werden. Gepp und Ostermann sahen diese Idee als gutes Instrument für ein „Sicheinfügen“ in die hiesige Gesellschaft an. Auch die Tatsache, dass Weidemark einen eigenen Mitarbeiter eingestellt habe, der ausschließlich für die Beratung der Mitarbeiter im Umgang mit Wohnraum zuständig sei, begrüßten sie ebenso, wie das in Kürze startende Impfen der Mitarbeiter direkt vor Ort am Standort des Schlachthofes Weidemark in Sögel.


Text & Foto: CDU Ortsverband Sögel