Viel Lob in Bezug auf Integration!

Der CDU-Bürgermeisterkandidat der Samtgemeinde Sögel Dr. Niels Gepp hat das Kolping-Europabüro für ausländische Arbeitnehmer in Sögel besucht. Gepp, der seit 2016 für die CDU im Gemeinderat Sögel sitzt und nun für den Posten des Samtgemeindebürgermeisters kandidiert, lobte den Beitrag des Europabüros bei der die Integrationsarbeit.


Wie Hans-Hermann Hunfeld, Geschäftsführer des Kolping-Bildungswerks, mitteilte, habe das Büro im Monatsdurchschnitt mehr als 130 Kontakte gehabt. Bislang haben über 2.200 Ratsuchende das Beratungsangebot des Büros häufiger angenommen. Geschaffen worden ist die Beratungsstelle im Jahr 2013 angesichts von damals annähernd 1000 Beschäftigten von Werksvertragsunternehmen, die beim Sögeler Schlachthof Weidemark arbeiten. Mittlerweile sind dort 2 verschiedensprachige Mitarbeiterinnen in Teilzeit (=1 Vollzeitstelle) beschäftigt. Das Kolpingeuropabüro ist täglich von 9 bis 12 Uhr und mittwochs von 14:30 bis 16:30 Uhr geöffnet. Pandemiebedingt erfolgt die Sprechstunde nach Terminvereinbarung.


„Die im Europabüro Rat suchenden Männer und Frauen stammen entsprechend vor allem aus osteuropäischen Ländern, darunter Rumänien, Ungarn und Polen. Daher ist eine muttersprachliche Beratung sehr wichtig,“ erklärte Hunfeld.


Das Kolping Europabüro ist besonders für Übersetzungen in Behörden- und Gesundheitsangelegenheiten gefragt. Auch das Mitwirken beim Ausfüllen von Formularen und das Bearbeiten von Schriftverkehr sind wesentliche Aufgabenfelder des Beratungsbüros. „Die neutrale Beratungsstelle soll auch eine Anknüpfungsstelle für die Bereiche Arbeiten, Wohnen und Soziales sein“, sagt der Geschäftsführer des Kolping Bildungswerkes


Gepp zeigte sich beeindruckt von der „so guten Akzeptanz des Büros durch die ausländischen Arbeitnehmer“ und dankte den Mitarbeiterinnen dort für ihre Arbeit. „Die hohe Zahl an osteuropäischen Arbeitskräften im Verhältnis zur übrigen Bevölkerung stellt eine hohe Verpflichtung an die Arbeitgeber dar. Sie haben auch dafür Sorge zu tragen, dass ein gemeinschaftliches Zusammenleben funktioniert. Wir müssen für den sozialen Frieden im Ort mit der Firma Weidemark zusammen sicherstellen, dass das Kolpingeuropabüro auch nach der Aufhebung des Werkvertragsarbeitswesen in der Schlachtbranche und der Direktbeschäftigung der Arbeiter bei Weidemark dauerhaft als Anlaufpunkt zur Verfügung steht“, blickte er in die Zukunft.


Er erkannte aber auch die Grenzen: „Hier werden viele Themen aufgegriffen; alle können sicher nicht gelöst werden.“ So kritisierte er, dass die Unterbringung immer noch ein großes Problem darstelle mit massiven Auswirkungen auf den Sögeler Wohnungsmarkt. Es sei gut, dass die Gemeinde die Mindeststandards der Unterbringung mittlerweile sicherstellt. „Eine Vermietung an Weidemarkmitarbeiter darf dem Vermieter aber auch nicht höhere Mieten einbringen als eine Vermietung beispielsweise an einer Familie. Den Arbeitern dürfen demnach keine überhöhten Mieten abverlangt werden.“ Auch hält Gepp die Unterbringung von mehr Personen, als diese üblicherweise heute in Einfamilienhäusern in Deutschland wohnen, für nicht hinnehmbar. Hier müsse man alle Möglichkeiten abschöpfen, um seitens der Gemeindeverwaltung Grenzen setzen zu können. Denkbar wäre auch ein Wohnungsangebot in Form einer geführten Hausgemeinschaft für neu ankommende Arbeiter, die nur für kurze Verweildauer nach Sögel zum Geldverdienen kommen und so gleichzeitig eine erste Orientierung erleichtert wird. Entstünde dann der Wunsch dauerhaft in der Region sesshaft zu werden, könne das Kolpingbüro bei Themen wie Familiennachzug, Wohnungssuche und weiterer Integration helfen.


Gefordert sei aber auch jeder Sögeler Bürger, so Gepp. Oft seien es auch die kleinen Gesten oder das Willkommenssignal eines Vereins gerade auch an die, die sich für ein dauerhaftes Bleiben entschieden haben. Dieses würde helfen, das Zusammenleben zu verbessern.

Text & Foto: CDU Ortsverband Sögel