"Da muss mehr Druck auf den Kessel!"

Wie so viele andere wartet auch Annette Sewerin vom gleichnamigen Blumengeschäft "Blumen Sewerin" und insbesondere als Cafébesitzerin in Sögel auf die sogenannten „Novemberhilfen“. Ihre Situation schildert sie Niels Gepp vom CDU Ortsverband Sögel, zugleich CDU Bürgermeisterkandidat für die Samtgemeinde Sögel.

Für Annette Sewerin sind es harte Zeiten. Dabei kommt es ihr noch zugute, dass sie vier Standbeine hat, mit denen sie ihr Einkommen generieren kann. Direkt neben ihrem Blumengeschäft an der Mühlenstraße befindet sich ihr Café Zum Amtsbrunnen. Ein weiteres Blumengeschäft betreibt sie in Spahnharrenstätte. Außerdem hat sie am Produktionsstandort an der Berßener Straße in Sögel ausreichend Flächen, um den Eigenbedarf an Sommer- und Frühlingsblüher sowie Stauden und Beetpflanzen zu decken. Die Blumenläden und das Café sind nun aufgrund des Lockdowns geschlossen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Hauptstraße durch Spahnharrenstätte im vergangenen Jahr größtenteils gesperrt war und die Einnahmen sich schon alleine aufgrund dieser Tatsache reduziert hatten. „Von längeren Anfahrtswegen über Werlte ganz zu schweigen“, so Sewerin. „Im Alltag sieht es dann manchmal so aus, dass ich jetzt wegen einer Blumenbestellung nach Spahnharrenstätte fahre. Lohnen tut sich das nicht, ich möchte aber meine Stammkundschaft nicht verlieren“, hofft sie auf bessere Zeiten.


Ihre Mitarbeiterinnen hat sie inzwischen schweren Herzens in Kurzarbeit schicken müssen. Um die Fachkräfte zu halten, hat sie das Kurzarbeitergeld vollständig aufgestockt, schon alleine aus der Verantwortung als Arbeitgeberin heraus, so Sewerin. „Denn Fachkräfte im Bereich der Floristik sind nach wie vor Mangelware.“ Derzeit erzielt sie Einnahmen alleinig aus dem Verkauf von bestellter Ware im Rahmen eines Abhol- und Lieferdienstes, sowohl im Blumengeschäft als auch im Café.

Dem CDU-Vertreter machten diese Aussagen betroffen. „Das in der Corona-Pandemie eine Floristikmeisterin aus Leidenschaft ihrer Berufung nicht nachgehen darf und aufgrund der notwendigen Einschränkungen ihr Geschäft nicht aufrechterhalten kann, ist schmerzhaft.“ Wichtig sei nach Auffassung von Gepp, dass jetzt die öffentlichen Fördergelder zeitnah ausgezahlt werden. „Da muss mehr Druck auf den Kessel“, sind sich beide einig. Ganz wichtig sei aber auch, dass die Sögeler Bürger in diesen Zeiten zusammenhalten und Geschäfte tatkräftig mit Einkäufen unterstützen, die ja auf Bestellung weiterhin noch möglich sind, so Gepp. Heute gelte es mehr denn je, den persönlichen Bedarf vor Ort zu decken, anstatt irgendwo bei einem Online-Shop im Internet.



Text & Foto: CDU Ortsverband Sögel