CDU-Kandidaten mit der Hospitalleitung im Gespräch

„Wir haben schon so manche Stürme überstanden und bleiben trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage – die sich in der Corona-Pandemie für nahezu alle Kliniken eingestellt hat - manövrierfähig“, ließ stellvertretener Geschäftsführer Thomas Kock gleich nach der freundlichen Begrüßung die Katze aus dem Sack, als er die Gäste des Sögeler CDU Ortsverbandes Niels Gepp (Samtgemeindebürgermeisterkandidat) und Günther Wucherpfennig (CDU Ortsvorsitzender) in der Verwaltung des Hümmling Hospitals Sögel empfing. „Dieses geht aber nur mit der weiteren Unterstützung durch die Gemeinde und Samtgemeinde Sögel!“

Er wurde deutlich: „Die Patientinnen und Patienten vertrauen uns als Klinik sowie unseren Fachkräften und erwarten jederzeit eine wohnortnahe bestmögliche medizinische und pflegerische Versorgung. Sie erwarten, dass das medizinische Personal gut ausgebildet ist und Zeit für sie hat. Und das wollen wir für die Bürger der Region gerne bieten. Die Bedürfnisse unserer Patientinnen und Patienten sind die Grundlage unseres Handelns.“ Daher bedürfen die gesetzlichen Rahmenbedingungen der medizinischen Versorgung in Deutschland einer grundlegenden Reform. „Wir benötigen unbedingt ausreichende finanzielle Ressourcen zur Deckung des laufenden Betriebes sowie für die weitere zwingend notwendige medizinische und bauliche Weiterentwicklung des Standortes, um unserem Versorgungsauftrag dauerhaft nachkommen zu können. Eine auskömmliche Finanzierung ist nach wie vor nicht gegeben.“

Das Hümmling Hospital biete seit Jahren eine gute Grund- und Regelversorgung und darüber hinaus auch Spezialleistungen. Das Haus hat sich durch eine umfassende Betreuung der MitarbeiterInnen in der Ausbildung zur Fachärztin bzw. zum Facharzt einen guten Ruf erarbeiten können und kooperiert hier auch mit den niedergelassenen Ärzten. „Das ist unsere Stärke, mit der wir junge Ärzte für die Region gewinnen und so einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der medizinischen Versorgung in der Fläche leisten können.“ Dafür habe sich das ganze Team mächtig ins Zeug gelegt und das trotz knapper Mittel des Finanzierungssystems.

„Das Hümmling Hospital ist im Vergütungssystem nicht adäquat abgebildet. Mit unseren 140 Betten sind wir für die Sicherstellung der Krankenhausversorgung in unserer Region unerlässlich. Aufgrund der Größe des Hauses und der voranschreitenden Spezialisierung in der Ausbildung der Fachkräfte und ständig steigender gesetzgeberischer Vorgaben haben wir enorme Vorhaltekosten, welche nicht über das derzeitige Fallpauschalensystem abgedeckt sind, da wir aufgrund der im Durchschnitt geringeren Leistungsmenge die Vorhaltekosten nicht mit den durchschnittlichen DRG Erlösen decken können. Deshalb sind wir auch in 2021 erneut für den Zuschlag zur Sicherung der stationären Versorgung auf dem Land vorgesehen (sog. Sicherstellungszuschlag), welcher aber auf Dauer insgesamt nicht auskömmlich ist. Dennoch können wir den Versorgungsauftrag des Landes Niedersachsen für die Bevölkerung umfassend erfüllen. Das geht nur als Gemeinschaftsleistung aller hier arbeitenden Kräfte.“

Um dieses auch in Zukunft tun zu können, stehe das Hospital in der Vorplanung des 3. Bauabschnittes, welcher insbesondere den Ausbau der Geriatrieabteilung, die Neuorganisation der Zentralen Notaufnahme und den Umzug der Palliativstation beinhalte. Dazu müsse ein Gebäudeteil, welches zurzeit die Küche und die Verwaltung beherbergt, abgerissen werden. Dann solle durch den an dieser Stelle zu erfolgende Neubau zweier viergeschossiger Trakte ein Ringschluss mit den Bettenhäusern erreicht werden. Die Gespräche mit dem für die Investitionsförderung zuständigen Land Niedersachsen laufen derweil.

Gepp und Wucherpfennig, die seit Jahren im Rat der Gemeinde Sögel sitzen, wissen um die enorme finanzielle Belastung. „Für die Gemeinde ist es immer ein großer Posten im Gemeinde- und Samtgemeindehaushalt, das Hospital finanziell in seinen Baumaßnahmen zu unterstützen. Doch wir wissen um die große Bedeutung des Hospitals für die hochwertige medizinische Versorgung unseres ländlichen Raums. Ein kurzer Draht zwischen Krankenhaus und der lokalen Politik ist uns daher wichtig. Eine finanzielle Unterstützung des Krankenhauses im Rahmen der Möglichkeiten der Gemeinde und Samtgemeinde muss auch in Zukunft möglich sein. Die weitere Modernisierung der Infrastruktur durch den geplanten Neubau ist sicher ein großer Schritt für die Standortsicherung. Es gilt aber auch gemeinsam auf höhere Politikebenen zuzugehen, um für ländliche Krankenhäuser benachteiligende Faktoren in Niedersachsen zu beseitigen."


Kock bedankte sich für diese Grundeinstellung und zeigte auf, was erst kürzlich am Standort Sögel umgesetzt werden konnte und was für die Zukunft geplant sei. Er sei stolz darauf, dass die ambulante Neurologie mit einem zusätzlichen halben „Sitz“ aufgestockt worden sei. Auch die Zentrale Notaufnahme sei durch eine neue chirurgische Fachärztin verstärkt und die ambulante radiologische Versorgung sei mit Herrn Dr. Fröhlich und Herrn Peter Nellessen auf stabile Beine gestellt worden. Des Weiteren konnten zwei im eigenen Hause weitergebildete Fachärztinnen ihre neue Position als Oberärztinnen in der Inneren Medizin antreten. Dass die neu eingerichtete Palliativstation mit fünf Betten ständig belegt sei beweise ebenfalls, wie groß der Bedarf an Palliativmedizin auf dem Hümmling sei. „Wir arbeiten immer mit Sicht auf die Bedürfnisse der Bevölkerung. Wir möchten wohnortnah für die Menschen der Region da sein. Das ist unser Ziel.“ Hier wünscht sich die Leitung des Hümmling Hospitals aktuell von der großen Politik deutlich mehr Unterstützung und Gehör.

Text & Foto: CDU Ortsverband Sögel