An einigen Stellen bröckelt es sichtbar - Sanierung des Marstalls Clemenswerth nötig

Wie der über 275 Jahre alte, denkmalgeschützte Marstall Clemenswerth in Sögel bestmöglich erhalten werden kann, darüber wurde jetzt mit der Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann (CDU) diskutiert. An dem Treffen nahmen auch das Ehepaar Probst von der Probst Projektierung GmbH und der Kandidat für das Samtgemeindebürgeramt in der Samtgemeinde Sögel, Niels Gepp (CDU), teil.


In der Jugendbildungsstätte Marstall Clemenswerth finden laut einer Pressemitteilung jährlich über 400 Veranstaltungen vornehmlich der Kinder- und Jugend-, aber auch der Erwachsenenbildung statt, etwa mit Schulklassen, Firmlingen, Chören, Freizeiten, Gruppen des Kreissportbunds oder anderen Gruppen. Das bedeute, dass deutlich mehr als 10 000 Teilnehmende pro Jahr in die Bildungsstätte kommen, auch nach der Pandemie.


Auch Gitta Connemann war des Öfteren zu Gast: „Ich erinnere mich an viele schöne Begegnungen hier. Wir haben hier mit dem Marstall Clemenswerth nicht nur eine herausragende Jugendbildungsstätte, sondern auch eine Visitenkarte für Sögel. Sie ist Teil des Herzens des gesamten Hümmlings“, erklärte die CDU-Politikerin.

„Doch an diesem geschichts- und begegnungsträchtigen Gebäude nagt augenscheinlich der Zahn der Zeit“, sagte Christian Thien, der sich als Hausleiter seit Jahren um den Zustand des Gebäudes Sorgen macht: „Gerade in den letzten Jahren sahen wir eine extreme Entwicklung, die bereits zu teilweise komplett ausgelösten Steinen aus dem Mauerwerk des Gebäudes führt.“


Beim Austausch informierte Connemann über das Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes, das für jedes Jahr neu beschlossen werden müsse. Der aktuelle Zustand mache daher eine Diskussion über eine Notwendigkeit von Sanierungen zwingend erforderlich. Gemeinsam wurde auf die letzte Investition in den Denkmalschutz, die Sanierung der Fenster, vor sieben Jahren zurückgeblickt. Diese wurde als eines der ersten regionalen Projekte vom Denkmalschutz-Sonderprogramm gefördert. Schon damals wurde unter anderem auf die Fugen und Steine aufmerksam gemacht. Inzwischen bröckelt es sichtbar an einigen Stellen. Eindringendes Wasser und Feuchtigkeit sowie der natürliche Verfallsprozess setzen dem Gemäuer stark zu.


Auch wenn in den vergangenen Jahren an verschiedenen Stellen immer mal wieder renoviert und saniert wurde, bestehe nun Handlungsbedarf: „Irgendwann funktioniert auch die Renovierung der Renovierung nicht mehr“, so der staatliche geprüfte Restaurator Christoph Probst. Die geschätzten Kosten der in den nächsten Jahren anstehenden Maßnahmen belaufen sich auf knapp 400 000 Euro, schätzte der Restaurator. Bei einer Begehung konnten sich die Beteiligten selbst ein Bild vom aktuellen Zustand des Gebäudes machen und waren sich einig: „Hier muss etwas getan werden.“


Die Möglichkeit, die Sanierung über das Sonderprogramm fördern zu lassen, ist für den Verein eine große Chance. Der Antrag bedarf unter anderem der Zustimmung des Landesamts für Denkmalpflege. Eine herausfordernde Frage, die es auch zu klären gilt, ist die Gegenfinanzierung. Das Bundesprogramm fördert maximal 50 Prozent der anfallenden Kosten, die anderen Hälfte müsste durch weitere Fördergeber finanziert werden. Alle Beteiligten waren sich der Mitteilung zufolge angesichts der überregionalen Bedeutung des Gebäudes einig, dass dafür eine passende Lösung gefunden werden müsse.


Mit Blick auf den Antrag für das Sonderprogramm gaben sich die Beteiligten optimistisch. Connemann sagte dem Verein ihre Unterstützung zu. Sie werde alles daransetzen, dass das Projekt eine Förderung erhalte. Hausleiter Christian Thien dankte allen Beteiligten für ihr Engagement rund um die Erhaltung des Marstalls und kündigte an, den Antrag auf den Weg zu bringen.


Text & Foto: CDU Ortsverband Sögel